WAVELETS - Transformationskodierung
JPEG 2000 - ISO / IEC-Standard 15444-1

Motivation:

Original

Wavelet-Kompression 50:1

Wavelet-Kompression 100:1


Wavelet-Kompression 200:1

Vergleich:

JPEG-Kompress.-max 19:1



Original

JPEG 3:1

JPEG 20:1

JPEG-max 50:1
Wavelet-Kompression
(JP2, J2K)


JP2 3:1


JP2 20:1

JP2 50:1



JP2 100:1

 

Diskrete Wavelet-Transformation (DWT)

1. Die DWT ist der Diskreten Fouriertransformation (DFT) sehr ähnlich, aber
        die DFT benutzt örtlich unbegrenzten Sinus- und Kosinusfunktionen zur Analyse  des Bildmaterials.
        die DWT benutzt     "    endliche                         "

2. Die Basisfunktionen sind die sogenannten Scaling-Funktionen und die Wavelets.
 
 

Basisfunktionen
Scaling-Funktion 
(TP)
Wavelets 
(HP)

3. Diese Funktionen verbinden die grundlegende Eigenschaft der Orthogonalität
(d.h. die Vektoren der Funktionen stehen senkrecht zueinander (wie cosinus & sinus),

die eine Transformation und eine identische Rekonstruktion erst ermöglicht.


Die Funktionen besitzen eine endliche Ausdehnung.

Dies erlaubt die Analyse von Bilddaten ohne Fenstereffekte (!),
die aus der Anwendung unendlicher Funktionen (z.B. DFT, DCT...) auf endliche Bildbereiche resultieren.


Während bei der DFT für alle Frequenzen die gleiche Abtastraten gelten,
sind die Abtastraten bei der DWT abhängig von der Frequenz (Oktavbandzerlegung oder Subbandcodierung).

Bei Erhöhung der Frequenz um eine Oktave wird die Abtastrate verdoppelt.


Auflösungsgenauigkeit zwischen Signal- & Frequenzbereich



4. Die einfachste Wavelet-Funktion, das Haar-Wavelet, soll die Wavelet-Transformation im diskreten Fall erläutern:


Abbildung 1: Das Haar-Wavelet

5. Grundprinzip:

Im einfachsten Fall bedeutet eine Analyse (eine Faltung) mit den Haar-Funktionen

- die Berechnung des Mittelwertes und der Differenz zwischen zwei benachbarten Pixelwerten.

- Die Ergebnisse werden unterabgetastet und als Tiefpaß und Hochpaßanteile gespeichert.
- Der Tiefpaßanteil wird mit den Haar-Funktionen weiter analysiert.
- Letztendlich ist das wavelet-transformierte Bild durch eine gewisse Anzahl immer kleiner werdender Hochpaßanteile
- und einen einzigen Tiefpaßanteil gekennzeichnet.



Abbildung 2a: Prinzip der Wavelet-Transformation

a) Die Ursprungsmatrix wird in der ersten Transformationsstufe in drei Hochpaßanteile (Dx1, Dy1, Dxy1) sowie einen Tiefpaßanteil (H1) zerlegt.
b) In einer weiteren Transformationsstufe wird nur noch der erste Tiefpaßanteil (H1) wiederum in drei Hochpaßanteile (Dx2, Dy2, Dxy2)
    sowie einen neuen Tiefpaßanteil (H2) zerlegt.
c) Die Hochpaßanteile der ersten Transformationsstufe bleiben erhalten.
d) Auf diese Weise können nun weitere Transformationsstufen durchlaufen werden.
e) Das Ursprungsbild wird quasi hierarchisch zerlegt.
    In den Hochpaßanteilen der ersten Transformationsstufe werden die feinen Bildstrukturen erfaßt,
in den Hochpaßanteilen der folgenden Transformationsstufen werden zunehmend gröbere Bildstrukturen erfaßt.



Abbildung 2b: zwei Iterationen

Dieser Abbildungs- bzw. Filterungsprozeß wird in Abbildung 3  erläutert:

a) Das Ursprungsbild (links) ist in zwei Transformationsstufen zerlegt worden.
b) Das kleine Bild im rechten transformierten Abbild stellt den Tiefpaßanteil der zweiten Transformationsstufe dar.
c) Alle übrigen Abbildbereiche repräsentieren Hochpaßanteile.
 
 

Abbildung 3: Originalbild,  1. Iteration 2. Iteration

 

Normalerweise wird die Transformation mit anderen Funktionspaaren durchgeführt.
Diese spezielleren Funktionen, wie Daubechies Wavelets oder biorthogonale Wavelets, führen erst zu gegenüber JPEG überlegenen Resultaten.
 
 

Qualitätskriterien

Die Entscheidung über die Qualität des rekonstruierten Bildes und damit auch über die Qualität des Bilddatenkompressionsverfahrens wird anhand der
 

PSNR (Peak-Signal-to-Noise-Ratio)


getroffen. Dieses Maß drückt den Fehler, der durch die bewußte Veränderung der Bildinformation hervorgerufen wird, quantitativ aus.

Die PSNR wird folgendermaßen berechnet:


(angegeben in dB)

mit

(meist 255)

und

 wobei  das Originalbild, und das aus den komprimierten Daten rekonstruierte Bild repräsentiert.



Objektivierte Bildvergleiche:
 
a) Diffenzbild = ( Bild - Bild´ ) / 2 +128 positive+negative Differenzen -->halbe Auflösung
0...+127...+255
b) Fehlerbild = | Bild - Bild ´ | Betrag der Differenzen -->volle Auflösung
0.............+255

c) Statistikbegriffe:

__Programm
__Lurawave Smartcompress




 



Parameter

Die Wavelet-Transformation ist über eine große Zahl von Parametern steuerbar.
Die meisten Parameter werden auf Voreinstellungen, die sich in vorangegangenen Studien als günstig erwiesen haben, belassen.

Beachte! Transformation allein bringt noch keine Kompression !

Verlustlose Codierung:   RLC-, Huffman-Codierung der Transformationskoeffizienten..
Verlustbehaftete Codierung: Quantisierung der                       "


                         

Der Parameter, über den die Kompressionsrate direkt gesteuert wird,
ist die Anzahl der Quantisierungsstufen für die Koeffizienten der Transformation.
Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Auswahl der Filterfunktion. Tabelle 1 zeigt einen Überblick über die gebräuchlichsten Filter.
 
 
 

Filterklasse Scaling-Funktion Wavelet Beschreibung
Haar Einfachste Filterklasse, Mittelwert- und Differenzfilter
CloseToCoiflet
Coiflet Frühe Waveletklasse, entwickelt von R.Coifman
Daubechies nicht symetrisch, streng orthogonal, strenger "compact support" selbstähnlich
Johnston-Barnard
Biorthogonal-Spline Symetrisch, werden aus Binominalkoeffizienten berechnet
Tabelle 1: Filterfunktionen (Quelle Luratech)


 
 

 Vorteile der WAVELET - Kodierung
Bilder können verlustfrei oder beliebig verlustbehaftet komprimiert werden Bei verlustfreier Kompression werden je nach Bildstruktur Kompressionsraten von 1:1,5 bis 1:5 erreicht und liegen in der Regel höher im Vergleich zum TIFF-Format. 
User kann Kompressionsrate selbst bestimmen Das erlaubt die einfache Kontrolle der Bildqualität. Man kann einfach die Kompressionsrate stufenlos wählen, die man für am besten hält (bis ca. 1:500 je nach Bildgröße u. Inhalt). 
Skalierbares Bildladen Das Laden eines gespeicherten Bildes kann der Anwender selbst beeinflussen. Entweder er lädt das Bild aus den kompletten in der Datei abgelegten Daten, oder nur aus einem Teil dieser Daten (z.B. 1% [Quicklook], 10%, 50% u.s.w.). Ein progressiver Bildaufbau ist möglich. 
Nachladen der Bilddaten Bilddaten, die nicht in voller Qualität rekonstruiert wurden, können durch das Nachladen von weiteren Daten verbessert werden. 
Nur ein Dateiformat, nur eine Datei ! Alle erforderlichen Bildqualitäten können aus einer Datei erzeugt werden. Dies erleichtert das Handling von Bildern z.B. in Archiven. 
Zeitersparnis Kein endloses Warten während des Ladens von großen Bildern. Mit entspr. Tools können die Bilder komprimiert und dann in einem Bruchteil der Zeit geladen werden. 
Höhere Sicherheit gegen Ladeunterbrechungen und -störungen Geringere Wahrscheinlichkeit von Übertragungsfehlern wegen reduzierter Ladezeiten. 
Geldersparnis Weniger Plattenplatz ist nötig; reduzierte Onlinekosten 
Reduzierte Serverlast Durch weniger Bilddatentransfer. 
Höhere Bildqualität bei gleicher Kompressionsrate keine Blockartefakte wie sie bei JPEG auftreten. 
Paßwortschutz Für Waveletbilder mit einstellbarer "freier" Qualität (1...10), (schlecht...gut). 
Enhancement:
Qualitativ hervorgehobene Bildbereiche
Damit läßt sich z.B. das Gesicht in einem Porträt mit einer besseren Qualität komprimieren als der Rest. Oder man legt damit fest, welcher Teil des Bildes zu erst übertragen werden soll. 

Gleiche(!) Bilddatei für unterschiedliche Geräte- Auflösungen nutzbar

PC, Hochauflösende Displays, PDA, Handy (UMTS)

 
 Anwendungsbereiche
 Beispiele

Um die Beispiele zu sehen werden die Browser- Plug-Ins (3 MByte) benötigt.
Demoversion von Smartcompress
(4 MByte) von Luratech.

 

    1. Zebra, Obst, Wallis
    2. Melonenmädchen
 Quellen
    1. Ohm, J.R. , Digitale Bildcodierung, Springer Verlag
    2. Luratech, Institut für Luft & Raumfahrt-Technik Berlin
    3. Zeller, M., Signalverarbeitung mit Wavelets c´t 11/94
    4. Ansorg, J., DBV-Vorlesung, FH-Jena
    5. Offizielle JPEG2000 Homepage
    6. JPEG2000-Codec




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