Wer einmal mit der Familienforschung begonnen hat wird
davon nicht mehr loskommen. Am Anfang ist es relativ einfach über Stammbücher,
alte Familienbibeln, Briefe, alte Fotoalben oder einfach durch befragen älterer
Familienmitglieder etwas zu erfahren. Hat man hierbei etwas Glück kommt man
bereits mit den Daten bis ans Ende des vorigen Jahrhunderts. Weiter helfen nun
die Personenstandsregister, die seit dem 1. Januar 1876 in Deutschland geführt
werden. Diese befinden sich in Standesämtern, Zweitschriften auch in Archiven.
Mit etwas Glück kann man sich in vielen Fällen Informationen aus den
Kirchenbüchern in den Pfarrämtern selbst heraussuchen.
Durch schwarze Schafe, die selbst vor Entfernung von Seiten nicht
zurückschrecken verwehren immer mehr Pfarrer die Einsicht in die Bücher, oder
lassen sich für das Heraussuchen der Informationen sehr gut bezahlen.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen beginnen die Kirchenbücher erst zur Zeit der
Reformation, also etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Viele dieser
Aufzeichnungen sind im 30jährigen Krieg vernichtet worden, andere gingen bei
großen Bränden verloren.
Großes Glück hatte ich bei der Suche in den Kirchenbüchern von Lißen, die
jetzt in Osterfeld zu finden sind, da die Aufzeichnungen von Anfang an erhalten
geblieben sind. Das älteste Buch beginnt mit den Aufzeichnungen über Eheschließungen
1545; Aufzeichnungen über Sterbefälle 1548 und 1552 mit den Geburten.
Mit folgenden Worten beginnt der Schreiber des 1. Kirchenbuches von Lissen seine
Eintragungen;
"Wir sindt recht arm Elende leut,
von lebens anfang, biß auff heut,
die Geburtt, das leben und der todt,
ist nichts,den Jammer, Angst Undt Noth.
Ich laß dich nicht Mein Gott Undt Herr,
biß du mich Segnest und mirs gewahr."
In diesem Glauben unserer Ahnen müssen wir wohl heute jene Hoffnung begründet
sehen, die Ihnen half in dieser Zeit zu leben.